Ergebnisse der Vorstudie: Kaltes Nahwärmenetz
Ende Februar wurde die finale Auswertung der Vorstudie zu unserem geplanten kalten Nahwärmenetz fertiggestellt. Die Studie bewertet die technische und wirtschaftliche Machbarkeit des Netzes für die teilnehmenden Gebäude im Unterdorf.
Die grundsätzliche Einschätzung der Studie zeigt auf, dass sich ein kaltes Wärmenetz ohne größere Gebäudesanierungen effizient erstellen und betreiben lässt. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Kennzahlen und die noch zu klärenden Punkte zusammen.
Grundsätzliche Einschätzung und Kosten
Alle abgeschätzten Kosten für das kalte Nahwärmenetz liegen deutlich unter den Kosten, die wir in früheren Planungen für ein Hackschnitzel-Netz ermittelt hatten.
Zum Vergleich:
- Investitionskosten Hackschnitzelnetz (inkl. aller Haushalte): ca. 650.000 €
- Gesamtinvestition Kaltes Netz laut Vorstudie (inkl. aller Haushalte): ca. 500.000 €
Aus der Vorstudie ergeben sich effektive Wärmekosten von 0,08 – 0,09 € / kWh. Diese beinhalten bereits sämtliche zur Wärmeerstellung notwendigen Kosten (Investitionsabschreibungen, Installationen in den Gebäuden, Stromkosten für alle Wärmepumpen).
Der finale Wärmepreis:
Kosten für Solarthermie, Photovoltaik sowie die Finanzierungs- und Verwaltungskosten der künftigen Genossenschaft waren nicht Teil der Vorstudie. Basierend auf unseren bisherigen Abschätzungen betragen diese Genossenschaftskosten ca. 0,02 – 0,03 € / kWh.
Daraus ergibt sich ein geschätzter finaler Wärmepreis für die Haushalte:
- Netto: 0,10 – 0,12 € / kWh
- Brutto: 0,12 – 0,14 € / kWh
(Zum Vergleich: Der effektive Netto-Wärmepreis beim Hackschnitzelnetz lag bei 0,12 – 0,18 € / kWh).
Verbleibende Unsicherheiten der Vorstudie
Dem innovativen Charakter unseres Vorhabens geschuldet, nennt die Studie weiterhin einige Unsicherheiten, die die aufgezeigten Kosten noch verändern können. Diese Punkte müssen im nächsten Schritt konkretisiert werden:
-
Die Großwärmepumpe: Um die in der Studie berechneten guten Effizienz Werte zu erreichen, ist hier wahrscheinlich eine Sonderanfertigung sinnvoll. Das Netz lässt sich auch mit handelsüblichen Wärmepumpen realisieren - läuft dann aber weniger effizient. Die genauen Verluste werden wir zum Vergleich in einer zusätzlichen Simulation berechnen lassen. Für die Sonderanfertigung werden Gespräche mit verschiedenen Herstellern aufgenommen.
-
Investitionskosten für die Netzverlegung: Die aktuellen Kostenkalkulationen gehen davon aus, dass wir das Netz unterirdisch „schießen“ können (Erdrakete) und nicht komplett baggern müssen. Die genaue Machbarkeit und Kosten bei unseren örtlichen Bodenverhältnissen kann nur ein Tiefbauunternehmen abschließend klären.
-
Standort der Wärmepumpe: Die zentrale Wärmepumpe benötigt deutlich weniger Platz als eine Hackschnitzel-Heizzentrale. Dennoch müssen für den Lüfter und den Technikcontainer ca. 10 – 15 m² Freifläche im Dorf gefunden werden, idealerweise in der Mitte des Netzes. Auch dazu laufen bereits Gespräche.
Wie geht es weiter?
Die vorliegenden Ergebnisse geben uns eine solide Basis für das weitere Vorgehen.
Daher bereiten wir nun im nächsten Schritt eine sogenannte Feinplanung vor. Hierbei wird auf Basis der Vorstudie das System weiter verfeinert und Berechnet.
Zum Beispiel werden in diesem Schritt die genauen Hersteller und Geräte festgelegt, und das Netz detaillierter Simuliert. Zusätzlich werden die Genehmigungsunterlagen vorbereitet, und ausführende Firmen evaluiert.
Gleichzeitig werden auf Basis der ermittelten Zahlen die formellen Schritte zur Genossenschaftsgründung sowie die Ausarbeitung des Businessplans weiter vorbereitet.
Die Vorstudie wurde Kofinanziert vom Land Mecklenburg Vorpommern!